Warum wir nach Albanien reisen?

Wenn uns Leute fragen, warum wir ausgerechnet nach Albanien reisen möchten (und das passiert eigentlich immer, wenn wir von unseren Reiseplänen erzählen, weil sich einfach kaum jemand vorstellen kann, dass Albanien ein „gutes“ Reiseland ist.), antworten wir:

Ja, warum denn eigentlich nicht?!

Wir haben einfach Lust auf was Neues, etwas Abenteuerliches!

Und so freuen wir uns, dass es jetzt endlich los geht! Wir freuen uns auf ein Land, das touristisch noch nicht so versaut, da wenig erschlossen, über das es nur wenige Reiseführer gibt und in dem wir noch so viel selbst entdecken können.

Was sich in unserer Vorstellung erstmal schön anhört, kann natürlich auch sehr sehr schwierig werden.

Oftmals hört man, dass die Armut, mit der wir im ärmsten Land Europas konfrontiert werden, wirklich hart sein soll.

Der Zustand der Straßen im Land ist schlecht, vom Herumreisen mit einem PKW wird daher eher abgeraten.

Und trotzdem:

Die Berichte über die Schönheit des Landes und die Herzlichkeit der Menschen hat uns letztendlich überzeugt:    Wir wollen nach Albanien!

Albanien ist ein Land der Überraschungen!

Albanien ist ein Flecken Erde, der für einige Zeit aus der Geschichte gefallen ist.

Albanien ist ein Land der relativen Distanzen und Zeitbedeutung.

Man weiß nie, was auf einen zukommt.

Man weiß nie, was hinter der nächsten Straßenbiegung wartet! (Menschen, Tierherden, Schlagloch, Wasser)

Aber genau deshalb ist eine Autoreise nach Albanien so verdammt gut.

3 stauseen rundfahrt im norden albaniens

Das Prokletije, zu Deutsch „Verwunschene Berge“; respektive Nordalbanische Alpen, oder Albanische Alpen (albanisch Alpet Shqiptare) ist ein Gebirgsmassiv der Südostdinariden im östlichen Montenegro, westlichen Kosovo und in Nordalbanien, das durch tief eingeschnittene Täler in einzelne Gebirgsstöcke gegliedert ist. Es bildet den südlichen querliegenden Abschluss der Dinarischen Ketten und ist zugleich dessen höchster Teil. Das Prokletije ist von Albanern, Montenegrinern, Serben und Bosniaken bewohnt, jedoch nur sehr dünn besiedelt. An den Rändern gibt es einige Kleinstädte, die als regionale Zentren dienen: das albanische Koplik und das montenegrinische Tuzi im Westen unweit des Shkodrasees, Plav und Gusinje im Tal des oberen Lim in Montenegro am Nordrand, sowie Bajram Curr, der Hauptort der Gemeinde Tropoja, im östlichen Prokletije.

Unsere Route von Ulcinj ins Valbona Tal und zurück mit der Fähre über den Koman Stausee nach Koman und Shkoder nach Ada Bojana.

Fahrt ins Valbona Tal

Wir verließen Montenegro und mussten eine halbe Stunde bei der Ausreise warten, wobei fast nichts los war an der Montenegrinischen Grenze, dafür war die Einreise nach Albanien (selbe Stelle - ein Fenster weiter) in gemessenen 2 Minuten erledigt (Zulassungsschein und grüne Versicherungskarte wird unbedingt verlangt).

Nach kurzer Fahrt waren wir auch schon in Shkodra, von dort ging es weiter auf der kurvenreichen, landschaftlich reizvollen Landstraße SH-5 über Puke und Fushe Arrez und SH-22 zu unserem nächsten Etappenziel, dem Koman – Stausee bzw. Bajram Curri.

Von Pukë geht es durch wechselhafte Landschaften voll wilder Schönheit, mal durch bewaldete Gebiete, über karg bewachsene und im Sommer verbrannte Pässe, durch wilde, felsige Schluchten und landestypische Dörfer und Siedlungen.

Die extrem kurvige und einspurige Straße war beinah Auto- und Menschenleer, landschaftlich grandios.

Dies ist absolut die längste Art zu fahren, es sei denn, du möchtest verrückte, schöne Straßen mit einer tollen Aussicht fahren.        

 

Natürlich ist diese Straße mein Favorit!

 

Es war die alte Überland-Minibus-Route, aber jetzt, da die Autobahn nach Kukes offen ist, wird wahrscheinlich niemand mehr auf diese Weise fahren.

Was bedeutet, dass du den ganzen Weg fast für dich allein haben wirst!

Auf der anderen Seite bedeutet es auch, dass niemand die Straße aufrechterhalten wird.
Dies ist die längste, kurvenreichste und anstrengenste Straße in Albanien.

Lass dir ca.6 Stunden Zeit. Du könntest es wahrscheinlich schneller machen, aber ich würde es nicht empfehlen.
Die durchschnittliche Geschwindigkeit liegt bei ca. 30km/h.

Die Orte unterwegs in der (ehemaligen) Bergbauregion haben nichts sehenswertes zu bieten.

In Fierze schauten wir bei der Fähre vorbei, um uns zu erkundigen ob diese am nächsten Tag überhaupt ablegt, anschliessend fuhren wir weiter über Bajram Curri durch das Valbonatal nach Valbona, leider gab es dort kein freies Quartier für die Nacht, daher ging es zurück nach Bajram Curri ins Hotel Turizem Shkelzeni , wo wir ein sehr schönes Zimmer belegten.

Valbona Tal

Von Bajram Curri führt eine Bergstraßen in den Nationalpark Valbona, wieder eine ganz andere Welt, die man nicht erwartet und aber dort vorfindet. Ein offizielles Wanderparadies mit ausgezeichnet beschilderten Wandertouren, extrem gut für eine Woche Bergurlaub geeignet. Die Übernachtung erfolgt meist in Holzhäusern, das Essen ist landestypisch und von ganz ausgezeichneter Qualität

Das Valbona Tal, ein Nationalpark von 8.000 Hektar liegt im östlichen Teil der albanischen Alpen und ist es eines der schönsten Naturgebiete in Albanien. Der Park liegt 20-30 km von der Stadt Bajram Curri entfernt. Vor dem Eintritt ins Tal, nur 3 km entfernt von Bajram Curri, liegt die Wasserquelle Shoshan. Diese Karstquelle leitet zum Valbona Fluss und bildet einen attraktiven Canyon, 2-3 m breit und 50 m tief.Das Tal ist ein ideales Gebiet für Bergsteiger und Wanderer. Auf beiden Seiten des Tales erheben sich die steilen Hänge der Berge. Die Gipfel des Tales geben den Eindruck, über viertausend Meter hoch zu sein. Das Tal verengt und erweitert sich, und die Landschaft könnte jeden atemlos zurücklassen. Kleine Gruppen von Häusern sind in einigen malerischen Dörfern zu finden. In der Nähe des letzten Teils des Tales, das auch das schönste ist, befinden sich auf der einen Seite Jezera, und auf der anderen die Bergkette Grykat e Hapta - Zhaborre.
Valbona
Valbona befindet sich 25 km entfernt von der Stadt Bajram Curri und ist das wichtigste bewohnte Zentrum des Tales. Hier befinden sich viele traditionelle Häuser, die eine malerische Landschaft erschaffen, im Einklang mit den Naturwundern des Tales. Die Straße führt weiter durch das Tal zwischen herrliches Naturpanorama mit reichen Farben und Schnee, der die Gipfel der schroffen Bergen bedeckt.

Das Valbonatal ist ein grosser Touristenmagnet in den Albanischen Alpen, wobei schon die Anreise über den Koman-See (siehe unten) ein guter Grund für einen Besuch ist. Das Tal führt tief ins Gebirge hinein – hohe Bergspitzen zu beiden Seiten, schroffe Felswände und das klare Wasser des Flüsschens Valbona bilden eine perfekte Kulisse. Der »Nationalpark Valbonatal« umfasst Wälder, kleine Bergseen, Alpweiden, Höhlen und den Fluss mit Schluchten, Kaskaden und Wasserfällen. Hier besteht durchaus auch die (seltene) Möglichkeit, das man mal Gämsen oder Bären begegnet.

Das Valbonatal ist von der Stadt Bajram Curri, dem Hauptort von Tropoja, aus gut zu erreichen. Die asphaltierte Strasse (25 km) reicht bis Valbona und noch etwas hinaus. Am Anfang des Valbonatals hat sich der Fluss noch eine hübsche Schlucht gegraben. Nach Çerem und Rragam führen hingegen nur sehr schlechte Fahrwege. Letzterer zieht sich über Kilometer durchs Schotterfeld des Valbona-Flusses. Von Bajram Curri fahren auch Minibusse nach Valbona.

 

 

Nach der Übernachtung in Bajram Curri  stand am nächsten Morgen ein persönliches Highlight an:

Die Fahrt mit der Fähre Alpin über den Koman – Stausee.

 

koman stausee

Die wunderschöne Fahrt über den Koman Stausee ( wie durch einen Norwegischen Fjord)

 

Der Koman-See ist in der Mitte von 3 Stausee Kaskaden.

 

Der Fierza-See ist der oberste und erstreckt sich über Kukës und den Zusammenfluss von Weissem und Schwarzen Drin hinaus bis nach Kosovo.

Der See von Vau-Deja ist der unterste und älteste und zieht sich vom Rand der Berge im Westen bis fast nach Koman.

Reise in eine abgeschiedene Welt

Hier ist eine kleine (aus 690) Foto Auswahl unserer Fahrt über den Koman Stausee.

Leider konnte ich mich nicht für weniger entscheiden.

Der Drin (albanisch auch Drini, mazedonisch und serbisch Дрим/Drim, lateinisch Drilon) ist ein Fluss im Südwesten der Balkanhalbinsel mit einer Länge von 285 Kilometern. Die durchschnittliche Wassermenge beträgt 352 m³/s. Er entwässert ein Gebiet von 19.686 km², das weite Teile des nördlichen und östlichen Albaniens, Gebiete im Westen und Südwesten Mazedoniens, den westlichen Teil Kosovos sowie den Südosten Montenegros umfasst. Der Drin entsteht bei der nordost Albanischen Stadt Kukës aus dem Schwarzen und dem Weißen Drin, deren Quellen in Mazedonien bzw. im Kosovo liegen. Der Flusslauf ist in den Nordalbanischen Alpen, die westwärts durchquert werden, beinahe ausnahmslos gestaut. Beide Oberläufe speisen den Fierza-Stausee, der den Weißen Drin bis über die Grenze nach Kosovo staut, rund 72,5 Quadratkilometer groß und bis zu 128 Meter tief ist. Der folgende Koman-Stausee (alb. Liqen/-i i Komanit) dient in der abgelegenen Bergregion auch als Verkehrsweg. Neben einer Personenfähre, die die kleinen Weiler entlang des Sees bedient, verkehren im Sommer zwei kleine und eine große Autofähre zwischen den Anlegestellen Fierza und Koman (Stand September 2018). Der Koman-See ist rund zwölf Quadratkilometer groß und hat eine maximale Tiefe von 96 Metern. Die Staumauer von Vau-Deja, die den Vau-Deja-Stausee bildet, befindet sich am westlichen Rand des Gebirges. Der letzte Stausee hat eine Fläche von 24,7 Quadratkilometer und ist bis zu 52 Meter tief.

Der Koman-Stausee entstand als Teil eines gigantischen Projekts zur Stromerzeugung, der Fluss Drin wurde dafür auf dem Gebiet Albaniens fast vollständig aufgestaut. Früher war die Fähre eine wichtige Verbindung aus dem Raum Shkodra in die nordostalbanischen Alpen, heute sind die verschiedenen Fähren auch ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen. Die Fahrt führt durch menschenleere Täler durch das türkise Wasser. Die beeindruckende Fährüberfahrt mit der Fähre Alpin dauert für die einfache Strecke 2 Stunden.

Der Koman - Stausee

Wir legen ab und fahren schon Minuten später durch eine Welt, die an Schönheit und Unberührtheit ihresgleichen sucht. Kaum mehr als 400 Meter breit ist der See, der sich an manchen Stellen bis auf 50 Meter verengt, begrenzt von vielen hundert Meter hohen Felswänden. Eine menschenleere Gegend, möchte man glauben; doch nach einer halben Stunde Fahrtzeit tauchen tatsächlich vereinzelt kleine Landzungen auf mit winzigen Häusern, ja sogar mit kleinen Siedlungen.  Zwischen den Häusern Weinstöcke, Getreide und Anbaureihen mit Gemüse – jeder Quadratmeter, der nicht als Wohnfläche dient, scheint hier landwirtschaftlich genutzt zu sein. Außerdem kleine Anlegestellen – hierher und auch von hier weg kommt man nur mit dem Boot über den Stausee.

Klingt im ersten Moment beschaulich oder gar romantisch. Ist es aber ganz sicher nicht; denn alles, wirklich alles muss mühsam über das Wasser an- und abtransportiert werden, bei jedem Wetter, zu jeder Jahreszeit, ansonsten ist man hier auf sich allein gestellt – zwischen Felsschluchten und steinigen Buchten.

Nach 2 Stunden legen wir bei der großen Staumauer an.

Eine Fährfahrt auf dem Koman-See ist wohl das Schönste, das man in Albanien erleben kann. Der gestaute Drin windet sich in tiefen Schluchten durch das nordalbanische Bergland. Die Szenerie erinnert an norwegische Fjorde. An den engsten Stellen ist die Schlucht keine 50 Meter breit, während die Felsen links und rechts hunderte Meter hoch in die Höhe ragen.

Die Staumauer in Koman wurde in den 80er Jahren errichtet. Seither wird der gestaute See auch als Verkehrsweg genutzt: Über den See fahren Bergler zu ihren abgeschiedenen Dörfern, und lange war dies der schnellste und bequemste Weg, um nach Bajram Curri/Tropoja zu kommen.

 

Wenn jetzt dann bei der folgenden Rückfahrt durch das Drin-Tal die Bremsen, die Bremsleitung und die Autoreifen immer noch in Ordnung sind, dann war es ein guter Tag.

Wir verabschieden uns aus Albanien, es hat uns hier sehr gut gefallen, besonders weil das Land noch nicht so touristisch ist, wie manch andere Urlaubsländer.

Trotzdem bekommt man hier alles, was man braucht, die Unterkünfte sind modern und haben ein super Preis-Leistungsverhältnis.

Und die Strände und Sehenswürdigkeiten müssen sich wirklich nicht verstecken.

Albanien ist ein tolles Reiseziel, für all diejenigen, die ihren Horizont erweitern wollen und mal Lust auf was Neues haben.

Wir kommen wieder!

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