Hardegg ist die kleinste

 

Stadt Österreichs.

Geschichte der Burg Hardegg

1. URKUNDLICHE ERWÄHNUNG IM 12. JH.

Die Burg Hardegg bildete auf einer Felsklippe über der Thaya eine starke Grenzfeste. Die Burg, die 1140 als Grenzfeste von Otto von Hardegg erstmals urkundliche Erwähnung fand, diente ab dem Jahre 1187 als Herrschaftszentrum der Grafen von Plain- Hardegg, eines der bedeutendsten Adelsgeschlechter seiner Zeit. Nach dem Erlöschen dieser Adelstamilie im Jahr 1260 traten verschiedene Besitzer auf, darunter der Obersthofrichter Johann I. von Hardegg und der Landmarschall von Niederösterreich Johann III. 
AUSBAU DER BURG IM 14. JH.

Im 14. Jahrhundert wurde die Feste den Burggrafen von Maidburg als Reichslehen übergeben. Es folgte eine 200-jährige Regentschaft. In dieser Zeit wurde die Burg Hardegg zu einer Doppelburg mit zwei Kapellen ausgebaut. Ein Kuriosum aus dieser Zeit ist uns erhalten: Im Jahr 1437 wurde Hardegg mit 46.700 Holzschindeln neu eingedeckt. Die Herrschaftsteilung machte eine Trennung in eine “Vordere Burg” und ein “Hinteres Haus” notwendig. Nach dem Tod Michaels von Magdeburg-Hardegg fiel die Burg den Habsburgern zu. Unter Kaiser Maximilian I. kam es 1494 zum Verkauf der Feste an Heinrich Prueschenk, der anschließend zum Reichsgrafen von Hardegg erhoben wurde. Er sorgte für den Wiederaufbau der Burg nach einem Brand im Jahre 1506. 1656 wurde die Burg Hardegg an die Grafen von St. Julien und 1730 an dieFürstenKhevenhüller-Metschverkauft.
VERFALL & WIEDERAUFBAU

Seit dem 17. Jahrhundert wurde die Burg kaum noch bewohnt. Der Verfall setzte ein. Nicht zuletzt trug ein Brand der Stadt Hardegg im Jahre 1764 dazu bei. Die Bürger trugen Teile der Burg ab und verwendeten die Materalien zum Aufbau ihrer Häuser. Die Feste blieb die nächsten 100 Jahre unberührt, bis Ende des 19. Jahrhunderts Johann-Carl Fürst Khevenhüller - Metsch mit dem Wiederaufbau begann. Er beauftragte Gangolph Kaiser und Humbert Walcher von Moltheim mit den Aufbauarbeiten. Fürst Johann-Carl ist als Mitstreiter Kaiser Maximilians I. von Mexiko in die Geschichte eingegangen. Er hatte 1864 bis 1867 in Mexiko an der Seite Maximilians gegen die Aufständischen gekämpft. Nach seiner Rückkehr in die Heimat begann er mit der Restaurierung der Burg und richtete gleichzeitig ein Museum zu Ehren Maximilians von Mexiko und zur Erinnerung an das österreichisch-mexikanische Freiwilligenkorps ein. Er starb 1905 und konnte sein Werk nicht vollenden. Die Burg Hardegg befindet sich nun im Besitz von Gotthard Graf Pilati von Thassul zu Daxberg, Sohn der Marianne Gräfin von Khevenhüller - Metsch. 

Streifzug durch die Hardegger Geschichte

Verschiedene archäologische Funde deuten darauf hin, dass das Gemeindegebiet bereits im 3. Jahrtausend vor Christus, also in der Jungsteinzeit, besiedelt war. 1145 n.Chr. wird der Name „Hardegg“ erstmals erwähnt, 1290 erfolgte im Kirchenregister erstmals die Stadtnennung, wobei man annimmt, dass das Stadtrecht schon früher vorhanden war. Jedenfalls feierte die Bevölkerung im Jahr 1990 unter Anwesenheit des österreichischen Bundespräsidenten gebührend ihren 700. Geburtstag.
Das heute noch erhaltene Stadtsiegel stammt vermutlich aus dem Jahr 1590. Die Umschrift des Siegels lautet: Sigillum civitatis in Harteck = Siegel der Stadt Hardegg. Das eingeschlossene Wappen wird wie folgt beschrieben: „In einem roten Feld ein silberner auf gleichfarbigem Gestein überhöht in der rechten Schildhälfte stehender zinnenbekrönter, mit offenem Tor versehener Wehrturm, der in der linken unteren Schildhälfte von einem goldenen, rechtsgewendeten, aufspringenden Löwen belegt, begleitet wird.“ Die aus dem Stadtwappen abgeleiteten Farben der Stadtfahne sind „Rot-Gelb-Blau“.
Das Herzstück inmitten der Stadt, auf einem Felsen situiert, ist die mittelalterliche Burg, die im 10. Jhd. als Holzwehranlage errichtet wurde und in mehreren Bauperioden über Jahrhunderte hinweg zu einer typischen Wehr- und Wohnburg ausgebaut wurde. 1160 wurde die Kirche, ab 1220 als Eigenpfarre geführt, mit Karner erbaut und in die Wehrlinie der Burg miteinbezogen. Als strategisch wichtiger Punkt gegen Mähren wurde die Stadt mit ursprünglich 5 Stadttoren rundherum aufgebaut. Nach einigen Herrschern aus verschiedenen königlichen und gräflichen Geschlechtern, erwarb 1730 Reichsgraf Sigmund Graf Khevenhüller die Herrschaft Hardegg und brachte somit das über Jahrhunderte bis in die Gegenwart bestehende Adelsgeschlecht in unsere Gegend. 1764 zogen Erdbeben und ein Großbrand die ganze Stadt, v.a. die Burg, in arge Mitleidenschaft, sodass die Burg über Jahrzehnte hinweg einer Ruine gleichkam.

In den 1930er-Jahren wurde auch Hardegg von den allgemeinen wirtschaftlichen Turbulenzen mit Konkursen, Arbeitslosigkeit und Verarmung der Bevölkerung erfasst, die schließlich in der Katastrophe des 2. Weltkrieges gipfelten. Durch die Neuordnung der Grenzen und des damit verbundenen Verlaufs des „Eisernen Vorhanges“ entlang der Thaya gegen den Ostblock wurde Hardegg sein wichtigstes Einzugsgebiet und damit die Chance auf einen wirtschaftlichen Aufschwung genommen, wodurch die Abwanderung der Bevölkerung zur Großstadtnähe ihren Lauf nahm. Trotzdem nahmen viele beherzte Bürger in der schwierigen Nachkriegszeit mit russischer Besatzung den Aufbau ihrer schönen Heimat in Angriff.
Nach dem Umbruch im Ostblock und der daraus resultierenden Partnerschaft mit der tschechischen Stadt Frain (Vranov nad Dyji) wurde die 1873/74 erbaute Thayabrücke nach Tschechien im Jahre 1990 wieder eröffnet und steht nun Fußgängern und Radfahrern als Grenzübergang zur Verfügung. Durch die Grenzöffnung einerseits und die im Jahr 1993 im Barockschloss Riegersburg durchgeführte NÖ Landesaustellung andererseits konnte der Fremdenverkehr wieder belebt werden. Die wichtigste und größte Einrichtung für den Tourismus stellt jedoch der Nationalpark Thayatal dar, der nach jahrelangen Bemühungen im Jahr 2000 eröffnet werden konnte und nunmehr dafür sorgt, dass viele Gäste das unter Naturschutz stehende Thayatal, die Stadt Hardegg als kleinste Stadt Österreichs und die gesamte Gemeinde mit ihren Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten (Burg Hardegg, Schloss Riegersburg, Ruine Kaja, Galerie und Guckkastenmuseum Hardegg, einziger Perlmuttverarbeitungsbetrieb Österreichs, etc.) kennen und schätzen lernen. Allen Wanderern und Radfahrern bietet das Thayatal ideale Voraussetzungen, Sagenumwobenes aus der bewegten Geschichte zu entdecken oder einfach nur die Seele baumeln zu lassen, um einmal so richtig dem Alltagsstress entfliehen zu können.

von hardegg über tschechien nach pulkau

Pulkau

Kirche zum kostbaren Blut Christi

Sie zählt zu den eigenwilligsten Kirchenbauten und ist bekannt durch einen der schönsten spätgotischen Flügelaltäre Österreichs.

Der Anlass zum Bau der Kirche war ein angebliches Hostienwunder, das sich um 1338 ereignet haben soll. Opfer des angeblichen Hostienfrevels waren die in Pulkau lebenden Juden, denen man vorwarf, sie hätten eine Hostie mit Nadeln durchstochen, worauf sie zu bluten begonnen hätte. 1988 wies Friedrich Lotter nach, dass das „Wunder“ eine Fälschung und der „Frevel“ eine Verleumdung waren.
Die gotische Blutkirche gehört zweifellos zu den eigenwilligsten Kirchenbauten Österreichs. Ihre eigenwillige Form ergab sich vermutlich aus dem Zusammenwachsen vom Corpus der Christi-Kapelle mit dem quer dazu stehenden Brunnenhaus. Dazu kommt noch, dass ursprünglich ein wesentlich größeres Gotteshaus geplant war, dieses aber unvollendet blieb.
In den Ecken der Kirche befinden sich zwei Anbauten, von denen der südliche Turm im Jahr 1703 zur heutigen Höhe von 62m aufgebaut wurde.
Der berühmte spätgotische Pulkauer Flügelaltar wurde um 1515 vollendet. Das Konzept des Altares stammen vom Pulkauer Meister (Donauschule) und beinhaltet Szenen der Passion Christi. Verfolgt man die Chronologie der dargestellten Szenen, so geht der Blick mehrmals diagonal über den Altar. Der Kreuzungspunkt befindet sich einmal über dem Kruzifix und das zweite Mal an der Herzwunde der großen Christusstatue.

Rathaus

Das „Wahrzeichen“ von Pulkau beeindruckt durch eine Doppelgiebelfassade aus dem 17. Jahrhundert.

Der Bau stammt aus der Renaissance (16. Jhdt.). Die barocke Fassade von 1659 mit ihren zwei Giebeln und der schönen Freitreppe ist zum Wahrzeichen von Pulkau geworden. Rechts im ersten Stock befindet sich der Sitzungssaal mit einer kostbaren Balkendecke. An einer Wand ist ein Steinrelief mit dem Pulkauer Wappen, verliehen 1437 durch Herzog Albrecht V, eingelassen.

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